Mikronährstoffanalyse – Alles was du wissen musst!

Mikronährstoffanalyse – Alles was du wissen musst!

Wichtiger Hinweis: Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich der neutralen Aufklärung und allgemeinen Information. Sie ersetzen keine professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung durch einen Arzt oder Allergologen. Bei gesundheitlichen Beschwerden sollte immer medizinisches Fachpersonal konsultiert werden.

Wie gut ist mein Körper eigentlich mit Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen versorgt? Viele Mikronährstoffe sind an Stoffwechselprozessen beteiligt, die für Gesundheit und Wohlbefinden ebenso zählen wie für die körperliche und mentale Leistungsfähigkeit. Eine Analyse der Mikronährstoffe soll zeigen, wie es um die Mikronährstoffversorgung steht. Sie ist eine ärztlich veranlasste Blutuntersuchung: Die Blutabnahme findet in einer Praxis statt, ein medizinisches Labor bestimmt anschließend einzelne Parameter, und die Einordnung des Laborbefunds gehört in ärztliche Hände.

Dieser Artikel erklärt, wie eine Mikronährstoffanalyse abläuft, welches Probenmaterial für welchen Nährstoff geeignet ist, für wen sie infrage kommt und wo ihre Grenzen liegen. Medicross führt keine medizinische Diagnostik durch und bietet keine solche Untersuchung an.

Vorweg das Wichtigste: Für gesunde Menschen ohne Beschwerden gibt es keine allgemeine Empfehlung, den Versorgungsstatus routinemäßig bestimmen zu lassen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hält fest, dass gesunde Menschen bei ausgewogener Ernährung in der Regel ausreichend mit den essenziellen Nährstoffen versorgt sind.

Was ist eine Mikronährstoffanalyse?

Der Begriff steht für eine Labordiagnostik, bei der gezielt einzelne Mikronährstoffe im Blut bestimmt werden. Welche Parameter zu einer solchen gezielten Analyse gehören, legt die Ärztin oder der Arzt nach Anamnese, Beschwerdebild, Ernährungsweise und Vorerkrankungen fest. Ein häufiger Anlaufpunkt dafür ist der Hausarzt.

Welche Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente werden bestimmt?

Bestimmt werden zum Beispiel Vitamin D, die Vitamine B1, B2, B6 und B12, Folsäure, Mineralstoffe wie Magnesium und Calcium sowie Spurenelemente wie Eisen, Kupfer, Jod, Selen und Zink. Je nach Fragestellung kommen Aminosäuren, Fettsäuren oder Coenzym Q10 dazu. Viele dieser Stoffe wirken als Cofaktoren im Energiestoffwechsel und sind an biochemischen Prozessen beteiligt; Magnesium und Calcium spielen zusätzlich bei der Erregungsleitung in Nerven und Muskeln eine Rolle.

Orthomolekulare Medizin und Mikronährstofftherapie

Besonders ausführliche Profile bieten Praxen an, die orthomolekulare Medizin anbieten. Die daraus abgeleitete Mikronährstofftherapie geht davon aus, dass sich Befindlichkeitsstörungen über hohe Gaben einzelner Stoffe beeinflussen lassen. Dieses Konzept ist fachlich umstritten und deckt sich nicht mit den Empfehlungen der Fachgesellschaften.

Wie werden Mikronährstoffe gemessen? Blutanalyse aus Serum, Vollblut und Kapillarblut

Für die Mikronährstoffdiagnostik wird eine Blutprobe gewonnen. Welches Material für die Blutanalyse geeignet ist, hängt vom einzelnen Nährstoff ab – eine pauschal beste Methode gibt es nicht.

Serum

Nach dem Zentrifugieren bleibt der flüssige Anteil des Blutes ohne Blutzellen übrig, das Blutserum. Aus ihm werden zum Beispiel 25-OH-Vitamin-D, Ferritin als Eisenspeicherwert oder Vitamin B12 bestimmt. Für diese Parameter ist Serum das etablierte Material.

Vollblut und Erythrozyten

Vollblut enthält zusätzlich die Blutkörperchen. Das ist für Nährstoffe wichtig, die überwiegend in den Zellen liegen: Bei Magnesium sowie bei Selen und Zink kann die Bestimmung im Vollblut oder in den Erythrozyten mehr über die Versorgung aussagen als der Serumwert allein. Eine Vollblutanalyse ist deshalb aber keine generell überlegene oder gar ganzheitliche Methode – sie ist für einen Teil der Parameter das passende Material und für andere nicht.

Kapillarblut

Kapillarblut aus der Fingerbeere kommt mit wenigen Tropfen aus und wird bei manchen Einsendetests genutzt. Die Probengewinnung ist fehleranfällig, und nicht jeder Parameter lässt sich daraus sinnvoll bestimmen.

Für alle Materialien gilt: Ein Laborwert ist eine Momentaufnahme. Er beschreibt den Zeitpunkt der Blutentnahme und wird von Mahlzeiten, Infekten, Medikamenten und der Tageszeit beeinflusst.

Sind ein Blutbild und eine Mikronährstoffanalyse dasselbe?

Nein. Ein kleines oder großes Blutbild zählt und beschreibt die Blutzellen: rote Blutkörperchen (Erythrozyten), weiße Blutkörperchen (Leukozyten) und Thrombozyten. Die Thrombozyten sind Blutplättchen und für die Blutgerinnung zuständig, sie sind kein Entzündungswert. Auf Entzündungen weisen andere Werte hin, vor allem das CRP, die Zahl der Leukozyten und die Blutsenkungsgeschwindigkeit.

Vitamine und Spurenelemente sind in einem Blutbild nicht enthalten und müssen als eigene Parameter angefordert werden – das ist der Unterschied zum üblichen Labor beim Hausarzt.

Selbsttest für zu Hause: was geht, was nicht

Es gibt Anbieter, die Einsendetests für zu Hause verkaufen. Ohne ärztliche Einordnung bleibt ein einzelner Zahlenwert allerdings schwer zu deuten, und ein Selbsttest ersetzt weder die Anamnese noch die körperliche Untersuchung.

Der Mikronährstoff-Test von Medicross ist ein Wellness-Test auf Basis einer Haarprobe. Du entnimmst die Probe selbst und sendest sie ein. Anschließend erhältst Du eine Ergebnisübersicht per E-Mail. Sie gibt Dir Anhaltspunkte dafür, welche Themen Du in Deinem Alltag genauer beobachten möchtest. Eine ärztliche Abklärung ersetzt der Test nicht.

Was kostet eine Mikronährstoffanalyse?

Eine Mikronährstoffanalyse ist in aller Regel eine Selbstzahlerleistung. Der Preis richtet sich nach der Zahl der bestimmten Parameter und liegt je nach Umfang im niedrigen bis mittleren dreistelligen Eurobereich; Blutabnahme, Laborkosten und ärztliches Beratungshonorar können getrennt abgerechnet werden. Präparate, die anschließend empfohlen werden, kommen obendrauf.

Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt Laborwerte dann, wenn ein konkreter medizinischer Verdacht besteht, etwa bei einem auffälligen Blutbild oder bekannten Vorerkrankungen. Ein breites Screening ohne Anlass gehört nicht dazu. Frag am besten vorher in der Praxis und bei Deiner Krankenkasse nach.

Für wen ist eine Analyse der Mikronährstoffe sinnvoll?

Ein flächendeckendes Screening bei Beschwerdefreien bringt nach dem heutigen Kenntnisstand keinen Nutzen. Sinnvoll wird eine gezielte Bestimmung dort, wo besondere Lebensumstände den Bedarf an Mikronährstoffen erhöhen oder die Aufnahme stören. Die DGE nennt unter anderem folgende Situationen, in denen eine gezielte Ergänzung sinnvoll ist:

  • Schwangerschaft und Stillzeit, insbesondere Folsäure und Jod
  • rein pflanzliche Ernährung, bei der Vitamin B12 ergänzt werden muss
  • Säuglinge und Kleinkinder sowie ältere Menschen ab etwa 65 Jahren mit Blick auf Vitamin D

Darüber hinaus ist die Aufnahme einzelner Nährstoffe eingeschränkt nach bariatrischen Operationen am Magen oder Darm, bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen und bei einigen Dauermedikationen, etwa mit Säureblockern, Metformin oder entwässernden Medikamenten. Ein Mangel an Mikronährstoffen entsteht in diesen Gruppen leichter als in der übrigen Bevölkerung. Auch anhaltende Müdigkeit, Konzentrationsprobleme, Infektanfälligkeit oder ein Leistungsabfall können ein Anlass sein – diese Beschwerden sind unspezifisch und werden zuerst ärztlich eingeordnet, bevor Mikronährstoffe gemessen werden.

Grenzen: Referenzwerte, Momentaufnahme und unnötige Supplementierung

Referenzwerte beschreiben, welche Werte bei einer Vergleichsgruppe üblich sind, und sie unterscheiden sich von Labor zu Labor. Ein Wert knapp außerhalb des Normbereichs ist kein Defizit, und ein Wert im Normbereich schließt mögliche Ungleichgewichte im Gewebe nicht in jedem Fall aus. Für viele Parameter ist außerdem nicht gut belegt, ab welcher Konzentration im Blut eine relevante Unterversorgung beginnt. Ein einzelner Wert auf dem Papier und eine gute Versorgung im Alltag sind deshalb nicht dasselbe.

Daraus folgt die wichtigste Einschränkung: Nährstoffe auf einen unklaren Befund hin einzunehmen, kann schaden. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat Höchstmengenvorschläge für Vitamine und Mineralstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln erarbeitet, und die EFSA legt für einzelne Nährstoffe tolerierbare Höchstmengen fest. Das IQWiG weist darauf hin, dass hohe Dosen von Vitamin A, Vitamin E und Betacarotin in Untersuchungen eher mit einer kürzeren Lebenszeit einhergingen. Wechselwirkungen mit Medikamenten kommen hinzu. Individuelle Empfehlungen für eine Supplementierung gehören deshalb in die Praxis, in der auch mögliche Defizite eingeordnet werden.

Was Du im Alltag tun kannst

  • Setze bei der Versorgung mit Mikronährstoffen zuerst auf die Ernährung: Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Vollkorn und Nüsse, dazu je nach Ernährungsform Fisch, Milchprodukte oder angereicherte Alternativen.
  • Schreibe eine Woche lang auf, was Du isst. Das zeigt Lücken oft deutlicher als ein einzelner Laborwert.
  • Prüfe vor einem Nahrungsergänzungsmittel-Test, welche Frage Du damit eigentlich beantworten möchtest.
  • Nimm Präparate nicht auf Verdacht und nicht dauerhaft in hoher Dosis. Halte Dich an die Dosierungsempfehlung Deiner Ärztin oder Deines Arztes.
  • Nenne in der Praxis alle Präparate, die Du bereits einnimmst – auch Kombiprodukte.

Wann Du ärztlichen Rat suchen solltest

  • anhaltende Erschöpfung, Blässe oder Luftnot bei leichter Anstrengung
  • Kribbeln, Taubheitsgefühle oder Gangunsicherheit
  • ungewollter Gewichtsverlust, wiederkehrende Durchfälle oder Bauchschmerzen
  • Beschwerden in Schwangerschaft und Stillzeit oder bei bekannter Vorerkrankung
  • bevor Du hoch dosierte Präparate einnimmst oder mehrere Präparate kombinierst

Häufige Fragen

Wer führt eine Mikronährstoffanalyse durch?

Veranlasst wird sie ärztlich, meist in der hausärztlichen Praxis oder in einer Fachpraxis. Die Blutabnahme erfolgt dort, die Bestimmung der Werte übernimmt ein medizinisches Labor, und die Ärztin oder der Arzt ordnet den Befund ein.

Was kostet eine Mikronährstoffanalyse beim Hausarzt?

Ohne medizinischen Anlass ist sie eine Selbstzahlerleistung; der Preis hängt vom Umfang der Parameter ab. Besteht ein konkreter Verdacht, kann die Krankenkasse einzelne Laborwerte übernehmen.

Wie viel kostet ein großes Blutbild mit allen Vitaminen?

Diese Kombination gibt es so nicht. Ein großes Blutbild umfasst die Blutzellen und keine Vitamine; Vitamin D, B12, Folsäure und weitere Werte müssen einzeln angefordert und einzeln bezahlt werden.

Wie sinnvoll ist eine Mikronährstoffanalyse?

Bei einer klaren Fragestellung und einem erhöhten Risiko für eine Unterversorgung kann ein ärztlicher Befund wertvolle Hinweise geben. Als allgemeiner Gesundheitscheck ohne Beschwerden bringt sie wenig und führt leicht zu einer Supplementierung, die nicht nötig ist.

Können alle Mikronährstoffe im Vollblut bestimmt werden?

Nein. Bei einigen Mineralstoffen und Spurenelementen ist Vollblut geeignet, für andere Parameter ist Serum das richtige Material. Welches Material passt, entscheidet die Ärztin oder der Arzt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Mikronährstoffanalyse ist eine ärztlich veranlasste Blutuntersuchung, kein Angebot von Medicross.
  • Serum, Vollblut und Kapillarblut sagen Unterschiedliches aus; das passende Material hängt vom Nährstoff ab.
  • Vollblut ist bei Magnesium, Selen und Zink oft aussagekräftiger, aber keine generell überlegene Methode.
  • Ein Blutbild enthält keine Vitamine; Thrombozyten sind für die Blutgerinnung zuständig, nicht für Entzündungswerte.
  • Jeder Laborwert ist eine Momentaufnahme und wird von Mahlzeiten, Infekten und Medikamenten beeinflusst.
  • Für gesunde Menschen mit ausgewogener Ernährung sieht die DGE in der Regel keinen Bedarf an Ergänzungsmitteln.
  • Ein erhöhtes Risiko besteht unter anderem in Schwangerschaft und Stillzeit, bei rein pflanzlicher Ernährung, im höheren Alter, nach Operationen am Magen-Darm-Trakt und bei bestimmten Dauermedikationen.
  • Präparate auf einen unklaren Befund hin einzunehmen, kann schaden.

Quellen und weiterführende Informationen

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