Mann schreibt beim Frühstück mit Haferflocken und Heidelbeeren in ein Notizbuch

Histaminintoleranz Test: Wie die Abklärung abläuft und was Tests aussagen

Wichtiger Hinweis: Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich der neutralen Aufklärung und allgemeinen Information. Sie ersetzen keine professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung durch einen Arzt oder eine Ärztin bzw. entsprechendes Fachpersonal. Bei gesundheitlichen Beschwerden sollte immer medizinisches Fachpersonal konsultiert werden.

Kopfschmerzen nach einem Glas Rotwein, Hautrötungen nach gereiftem Käse, Bauchbeschwerden nach Sauerkraut: Wer solche Reaktionen bei sich beobachtet, denkt schnell an eine Histaminintoleranz und fragt sich, welcher Test weiterhilft. Die ehrliche Antwort vorweg: Den einen Histaminintoleranz Test, der die Frage mit einer Blutprobe beantwortet, gibt es bisher nicht.

Die Abklärung einer Histaminunverträglichkeit ist ein Stufenweg. Ärztinnen und Ärzte schließen zuerst andere Ursachen aus, dann folgen eine histaminarme Ernährungsphase und eine Testphase, begleitet von einem Ernährungs- und Symptomtagebuch. Laborwerte wie die DAO-Aktivität im Blut sind dafür nach der maßgeblichen Leitlinie nicht aussagekräftig, auch wenn viele Angebote etwas anderes vermuten lassen.

In diesem Artikel erfährst Du, was ein Histamin Test im Blut, im Stuhl oder im Urin aussagen kann und was nicht, wie die ärztliche Diagnostik abläuft, welche Erkrankungen ausgeschlossen werden sollten und wie Du Selbsttests für zu Hause einordnen kannst. Hintergründe zu Ursachen, Symptomen und Behandlung findest Du in unserem Histaminintoleranz-Ratgeber zu Ursachen, Symptomen und Behandlungsstrategien.

Was ist eine Histaminintoleranz und wie entsteht die Unverträglichkeit?

Histamin ist ein biogenes Amin und ein körpereigener Botenstoff. Er ist unter anderem an Immunreaktionen, an der Regulation der Magensäure und an der Weitstellung von Blutgefäßen beteiligt. Die Bildung von Histamin im Körper erfolgt aus der Aminosäure Histidin. Gleichzeitig nimmst Du Histamin mit der Nahrung auf, vor allem mit gereiften, fermentierten oder länger gelagerten Lebensmitteln.

Von einer Histaminintoleranz, auch Histaminunverträglichkeit, Histamin-Intoleranz oder Histaminose genannt, spricht man, wenn mit der Nahrung aufgenommenes Histamin Beschwerden auslöst, die bei anderen Menschen in gleicher Menge nicht auftreten. Als ein möglicher Mechanismus gilt ein Ungleichgewicht zwischen der Histaminmenge und der Fähigkeit des Körpers, Histamin abzubauen. Wichtig ist das Enzym Diaminoxidase (DAO), das Histamin bereits im Darm abbaut. Daneben gibt es ein zweites Abbauenzym, die Histamin-N-Methyltransferase (HNMT), die vor allem innerhalb der Zellen arbeitet. Häufig wird vermutet, dass hinter dem Krankheitsbild der Histaminintoleranz ein Mangel des Histamin-abbauenden Enzyms Diaminoxidase steckt. Laut Leitlinie ist ein solcher ursächlicher Zusammenhang bisher aber nicht bewiesen.

Eine Histaminintoleranz ist keine Allergie. Bei einer Nahrungsmittelallergie reagiert das Immunsystem mit spezifischen Antikörpern (IgE) auf ein Eiweiß im Lebensmittel. Bei einer Histaminunverträglichkeit ist kein solcher Mechanismus beteiligt. Den Unterschied erklärt unser Beitrag zum Unterschied zwischen Allergie und Unverträglichkeit.

Typische Symptome einer Histaminintoleranz (Histaminose)

Die Beschwerden sind vielfältig und für sich genommen unspezifisch, Betroffene berichten sehr unterschiedliche Symptome. Genannt werden unter anderem:

  • Hautrötung (Flush) und Juckreiz
  • Kopfschmerzen oder Migräne-ähnliche Beschwerden
  • laufende oder verstopfte Nase
  • Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall oder Übelkeit
  • seltener Atembeschwerden, Herzklopfen, Schwindel oder ein Abfall des Blutdrucks

Typisch ist ein zeitlicher Zusammenhang mit dem Essen: Laut Leitlinie treten Beschwerden, die auf eine Unverträglichkeit hindeuten, innerhalb von Minuten bis etwa vier Stunden nach der Mahlzeit beziehungsweise nach dem Verzehr histaminreicher Nahrungsmittel auf. Weil all diese Symptome auch viele andere Ursachen haben können, reicht keines davon allein als Hinweis auf eine Histaminintoleranz. Gerade deshalb ist eine strukturierte Abklärung so wichtig.

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Histaminintoleranz Test: Warum es keinen einzelnen Labortest gibt

Viele Menschen erwarten, dass sich eine Histaminintoleranz wie ein Eisenmangel an einem Blutwert ablesen lässt. Das ist nach heutigem Wissensstand nicht der Fall. Die Leitlinie zum Vorgehen bei Verdacht auf eine Unverträglichkeit gegenüber oral aufgenommenem Histamin, erstellt unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI) und 2021 überarbeitet, hält fest, dass es keine verlässlichen Laborbefunde gibt, mit denen sich die Diagnose bestätigen oder ausschließen lässt. Ein etabliertes diagnostisches Verfahren gibt es laut Leitlinie nicht. Einen geeigneten Marker für die Diagnostik, also einen Laborwert, der zuverlässig anzeigt, ob der Histaminspiegel im Körper erhöht ist oder Histamin schlecht vertragen wird, kennt die Leitlinie nicht.

Die Diagnose einer Histaminintoleranz beruht deshalb auf dem Gesamtbild: auf der Krankengeschichte, auf dem Ausschluss anderer Erkrankungen und darauf, ob sich die Beschwerden unter einer histaminarmen Ernährung bessern und beim Wiedereinführen histaminreicher Lebensmittel erneut auftreten.

DAO-Aktivität im Blut: das Enzym für den Histaminabbau

Der bekannteste Histamin Test ist die Bestimmung der DAO-Aktivität im Blutserum. Er wird in manchen Praxen veranlasst und auch von kommerziellen Anbietern über ein Labor durchgeführt. Die zugrunde liegende Idee: Ist die Aktivität des Enzyms niedrig, baut der Körper Histamin schlechter ab.

Die Leitlinie bewertet eine Diagnose anhand der DAO-Aktivität im Serum als nicht aussagekräftig. Das Enzym wirkt vor allem in der Darmschleimhaut, und im Blut ließ es sich in Untersuchungen nicht in relevanter Menge finden. Damit stellt die Leitlinie den Sinn einer Bestimmung im Blut grundsätzlich in Frage. Ein niedriger DAO-Wert allein beweist also keine Histaminintoleranz, und ein normaler Wert schließt sie nicht aus. Ein Ergebnis sollte deshalb immer zusammen mit Deinen Beschwerden und dem Verlauf einer Ernährungsumstellung ärztlich besprochen werden.

Histamin im Stuhl, im Blut und im Urin

Neben der DAO-Aktivität wird manchmal der Histamingehalt selbst bestimmt, etwa im Blutplasma, als Histamin im Stuhl oder in Form von Abbauprodukten im Urin. Angeboten wird die Bestimmung des Histaminspiegels im Stuhl häufig als Stuhltest, der eine erhöhte Histaminbelastung im Körper anzeigen soll. Auch diese Werte gelten laut Leitlinie nicht als geeignet, um eine Histaminintoleranz zu belegen. Die Gründe sind unterschiedlich: Die Aussagekraft einer Bestimmung der Histamin-Konzentration im Blutplasma ist wissenschaftlich umstritten. Im Stuhl können Darmbakterien, vor allem Laktobazillen, selbst große Mengen Histamin bilden, sodass eine hohe Histamin-Konzentration im Stuhl nicht auf eine Störung hinweisen muss. Und das Abbauprodukt Methylhistamin im Urin hängt stark von der Eiweißzufuhr ab und steigt auch unter histaminarmer, eiweißreicher Kost an.

Einen Stellenwert haben Histaminbestimmungen eher im Rahmen anderer Fragestellungen, die ärztlich gezielt veranlasst werden. Ein Histamin Test im Stuhl oder Urin auf eigene Faust bringt Dir für die Frage nach einer Histaminintoleranz in der Regel keine belastbare Antwort.

Diagnose und Behandlung der Histaminintoleranz: der Ablauf beim Arzt

Erste Anlaufstelle ist meist die Hausarztpraxis. Je nach Beschwerdebild kann sie an eine allergologische, dermatologische oder gastroenterologische Facharztpraxis überweisen. Die Diagnostik folgt typischerweise diesen Schritten:

  1. Ausführliches Gespräch: Welche Beschwerden treten auf, wie schnell nach dem Essen, nach welchen Lebensmitteln und Getränken, und welche Medikamente nimmst Du ein?
  2. Ausschluss anderer Ursachen: Allergien, Mastzellerkrankungen, Zöliakie und weitere Erkrankungen werden gezielt abgeklärt.
  3. Histaminarme Karenzphase: Für einen begrenzten Zeitraum ernährst Du Dich histaminarm und beobachtest, ob sich die Beschwerden bessern.
  4. Testphase: Histaminhaltige Lebensmittel werden schrittweise wieder eingeführt, um die individuelle Verträglichkeit einzuschätzen.
  5. Gegebenenfalls Provokation: In unklaren Fällen kann eine kontrollierte Histaminprovokation unter ärztlicher Aufsicht erwogen werden.

Ausschluss anderer Ursachen

Bevor von einer Histaminintoleranz ausgegangen wird, sollten andere Krankheitsbilder mit ähnlichen Beschwerden abgeklärt sein. Dazu gehören vor allem:

  • Nahrungsmittelallergien, die ärztlich zum Beispiel per Hauttest oder Bestimmung spezifischer IgE-Antikörper im Blut untersucht werden. Mehr zum Hauttest liest Du in unserer Pricktest-Tabelle mit Erklärung der Ergebnisse.
  • Mastzellerkrankungen wie die Mastozytose, bei denen die Mastzellen selbst vermehrt Histamin freisetzen. Die Beschwerden gehen dann von körpereigenem, freigesetztem Histamin aus. Hier kann die Ärztin unter anderem die Tryptase im Blut bestimmen lassen.
  • Zöliakie, die mit einer Blutuntersuchung auf spezifische Antikörper und gegebenenfalls einer Dünndarmbiopsie abgeklärt wird, solange Du Dich noch glutenhaltig ernährst.
  • Kohlenhydratunverträglichkeiten wie Laktose- oder Fruktosemalabsorption, die ärztlich häufig mit einem H2-Atemtest untersucht werden.
  • Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, ein Reizdarmsyndrom oder eine chronische Urtikaria (Nesselausschlag), je nach Beschwerdebild.
  • Atemwegserkrankungen: Stehen Atembeschwerden im Vordergrund, nennt die Leitlinie unter anderem ein allergisches oder nicht allergisches Asthma als mögliche andere Ursache.

Auch einige Medikamente werden im Zusammenhang mit dem Histaminabbau diskutiert. Setze Medikamente nie eigenständig ab, sondern sprich die Frage in Deiner Arztpraxis an.

Histaminarme Karenzphase

Kern der Abklärung ist eine zeitlich begrenzte histaminarme Ernährung. Die Leitlinie beschreibt dafür eine Karenzphase von etwa 10 bis 14 Tagen mit einer gemüsebetonten Mischkost, die arm an biogenen Aminen, vor allem an Histamin, ist. Dabei meidest Du histaminreiche Lebensmittel und solche, die häufig schlecht vertragen werden, etwa lange gereiften Käse, Rohwurst und Salami, Sauerkraut und andere fermentierte Lebensmittel, Thunfisch und Makrele aus der Dose, Tomaten, Spinat, Rotwein, Sekt und Bier. Wichtig ist außerdem die Frische: Histamin entsteht beim Reifen und Lagern durch Bakterien. Histamin ist hitzestabil und wird durch Kochen weder abgebaut noch erzeugt, deshalb kommt es darauf an, Lebensmittel frisch zuzubereiten und Reste kühl und nicht zu lange aufzubewahren.

Die Karenzphase sollte möglichst mit einer Ernährungsfachkraft geplant werden, damit Deine Ernährung trotz der Einschränkungen ausgewogen bleibt. Bessern sich die Beschwerden in dieser Zeit deutlich, spricht das für einen Zusammenhang mit Histamin. Bleiben sie unverändert, ist eine Histaminintoleranz als alleinige Ursache weniger wahrscheinlich.

Testphase und Provokation

Nach der Karenzphase werden histaminhaltige Lebensmittel in einer Testphase von bis zu sechs Wochen nach und nach wieder in den Speiseplan aufgenommen. So lässt sich einschätzen, welche Mengen Du verträgst und welche Lebensmittel Beschwerden auslösen. Ziel ist eine ausgewogene Dauerernährung, die sich an Deiner individuellen Verträglichkeit orientiert und so wenig wie möglich einschränkt. Streng einschränkende Diäten sollen laut Leitlinie vermieden werden.

In unklaren Fällen kann eine Histaminprovokation unter ärztlicher Aufsicht in Betracht kommen. Als ideal beschreibt die Leitlinie eine doppelblinde, placebokontrollierte Provokation mit schrittweise steigender Dosis: Weder Du noch das ärztliche Team wissen dabei, ob Histamin oder ein Placebo gegeben wird. Eine etablierte Routinemethode gibt es bislang nicht. Weil Übelkeit, Erbrechen und vorübergehende Kreislaufreaktionen auftreten können, gehört eine solche Provokation ausschließlich in ärztliche Hände.

Zur Behandlung gehört in erster Linie die angepasste Ernährung. Zur Linderung einzelner Symptome, etwa eines Flush, nennt die Leitlinie auch Antihistaminika (H1-Blocker). Ob und wie sie eingesetzt werden, entscheidet Deine behandelnde Ärztin oder Dein behandelnder Arzt.

Ernährungs- und Symptomtagebuch bei Verdacht auf Histaminose

Ein sorgfältig geführtes Tagebuch ist eines der wichtigsten Werkzeuge bei der Abklärung. Es hilft Dir und Deiner Ärztin oder Deinem Arzt, Zusammenhänge zu erkennen, die im Alltag leicht untergehen. Notiere am besten:

  • alle Mahlzeiten, Snacks und Getränke mit Uhrzeit und ungefährer Menge
  • wie frisch die Lebensmittel waren und ob es Reste vom Vortag gab
  • Art, Beginn, Dauer und Stärke der Beschwerden
  • eingenommene Medikamente, Alkohol, Stress, Schlaf und bei Frauen den Zyklustag

Führe das Tagebuch idealerweise schon einige Zeit vor der Karenzphase und dann durchgehend bis zum Ende der Testphase. Bring es zu jedem Termin mit.

Histamin Test für zu Hause: Selbsttests richtig einordnen

Online werden verschiedene Selbsttests angeboten, häufig zur Bestimmung der DAO-Aktivität aus einem Tropfen Blut aus der Fingerkuppe oder als Stuhltest. Die Probe geht dann per Post an ein Labor, häufig ein Partnerlabor des Anbieters. Beworben werden sie oft als Selbsttest für Zuhause, den man einfach von zuhause aus durchführen kann. Für diese Tests gilt dasselbe wie für die Bestimmung in der Praxis: Der Wert allein ist für die Diagnose einer Histaminintoleranz nicht ausreichend aussagekräftig. Hinzu kommt, dass bei der Probenentnahme zu Hause und beim Versand zusätzliche Fehlerquellen entstehen können.

Prüfe bei einem Selbsttest kritisch, was er verspricht. Kein Test für zu Hause kann eine Histaminintoleranz sicher bestätigen oder ausschließen. Besprich jedes Ergebnis mit Deiner Arztpraxis, bevor Du Deine Ernährung dauerhaft umstellst, und verzichte nicht auf Grundlage eines Selbsttests auf ganze Lebensmittelgruppen.

DAO-Präparate

Im Handel sind Präparate mit dem Enzym Diaminoxidase erhältlich, die vor histaminreichen Mahlzeiten eingenommen werden. Für Diaminoxidase gibt es keine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe. Die Leitlinie hält fest, dass die Wirksamkeit einer solchen Ergänzung bisher wissenschaftlich nicht belegt ist, und empfiehlt sie nicht. Wenn Du ein solches Präparat in Erwägung ziehst, besprich das in der ärztlichen oder ernährungstherapeutischen Beratung. Für die Diagnose ist sie nicht geeignet, denn ob Beschwerden nach der Einnahme ausbleiben oder nicht, sagt allein nichts über eine Histaminintoleranz aus.

Was Du im Alltag tun kannst

  • Nicht auf Verdacht streng verzichten: Eine dauerhaft eingeschränkte Ernährung ohne Abklärung kann einseitig werden. Plane Einschränkungen gemeinsam mit Fachleuten.
  • Frisch einkaufen und zubereiten: Frischer Fisch, frisches Fleisch und frisch gekochte Mahlzeiten enthalten in der Regel weniger Histamin als lange gelagerte Produkte.
  • Reste schnell kühlen: Gekochtes zügig abkühlen lassen, im Kühlschrank lagern und nicht tagelang aufbewahren.
  • Alkohol beobachten: Rotwein, Sekt und Bier werden häufig schlecht vertragen. Laut Leitlinie kann Alkohol zudem den Abbau von Histamin beeinträchtigen. Notiere, ob Beschwerden nach Alkohol auftreten.
  • Weitere biogene Amine im Blick behalten: Auch andere Amine können Beschwerden auslösen, etwa Tyramin, das ebenfalls in gereiftem Käse vorkommt. Notiere auch solche Lebensmittel.
  • Tagebuch konsequent führen: Je genauer Deine Notizen, desto besser lässt sich die Abklärung planen.

Wenn Du Dich über die ärztliche Abklärung hinaus mit Deiner Ernährung beschäftigen möchtest, kann ein Wellness-Test auf Basis einer Haarprobe eine erste Orientierung geben. Der Unverträglichkeits-Test gibt Dir Anhaltspunkte dafür, welche Lebensmittel Du im Alltag genauer beobachten möchtest. Du entnimmst die Probe selbst, sendest sie ein und erhältst anschließend eine Ergebnisübersicht per E-Mail. Der Unverträglichkeitstest ist kein Histamintest und kein medizinisches Untersuchungsverfahren. Eine ärztliche Abklärung ersetzt er nicht.

Wann Du ärztlichen Rat suchen solltest

Lass Deine Beschwerden ärztlich abklären, bevor Du Deine Ernährung dauerhaft umstellst, besonders wenn:

  • Beschwerden wiederholt nach dem Essen auftreten und Deinen Alltag beeinträchtigen
  • Du ungewollt Gewicht verlierst oder anhaltenden Durchfall hast
  • Blut im Stuhl auftritt oder Du nachts wegen Bauchschmerzen aufwachst
  • Quaddeln, Hautrötungen oder Juckreiz häufig und ohne erkennbaren Auslöser auftreten
  • Du Dich bereits stark einschränkst und trotzdem Beschwerden hast

Ein Notfall liegt vor, wenn nach dem Essen Atemnot, Schwellungen von Zunge, Lippen oder Rachen, Heiserkeit, starker Schwindel oder Kreislaufbeschwerden bis hin zur Bewusstlosigkeit auftreten. Das können Zeichen einer Anaphylaxie, also einer schweren allergischen Allgemeinreaktion, sein. Wähle dann sofort den Notruf 112. Wer bereits eine solche Reaktion erlebt hat, sollte ärztlich abklären lassen, ob ein Notfallset nötig ist. Menschen mit diagnostizierter Anaphylaxie-Gefahr erhalten ein ärztlich verordnetes Notfallset und sollten es immer bei sich tragen.

Häufige Fragen

Kann man eine Histaminintoleranz im Blut testen?

Im Blut gemessen werden können die DAO-Aktivität oder der Histamingehalt. Laut Leitlinie reichen diese Werte jedoch nicht aus, um eine Histaminintoleranz sicher festzustellen oder auszuschließen. Die Diagnose stützt sich auf Krankengeschichte, Ausschluss anderer Ursachen, Karenz- und Testphase.

Kann man eine Histaminintoleranz beim Hausarzt testen?

Ja, die Hausarztpraxis ist die erste Anlaufstelle. Das Gespräch und die ersten Untersuchungen dort dienen zur Abklärung der wichtigsten anderen Ursachen. Je nach Beschwerden kommen allergologisch erfahrene Fachärztinnen und Fachärzte, etwa aus der Dermatologie oder der Inneren Medizin, sowie die Gastroenterologie hinzu. Für die Ernährungsphase ist eine Ernährungsfachkraft hilfreich.

Zahlt die Krankenkasse einen Histaminintoleranz Test?

Ärztlich veranlasste Untersuchungen zum Ausschluss anderer Erkrankungen werden bei medizinischer Notwendigkeit in der Regel von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Die Bestimmung der DAO-Aktivität wird dagegen häufig als Selbstzahlerleistung angeboten. Frag vorab in Deiner Praxis und bei Deiner Krankenkasse nach.

Wie lange dauert die Abklärung einer Histaminintoleranz?

Das hängt davon ab, wie viele andere Ursachen ausgeschlossen werden müssen. Laut Leitlinie dauert die Karenzphase etwa 10 bis 14 Tage, die anschließende Testphase bis zu sechs Wochen. Zusammen sind das meist mehrere Wochen. Plane die Abklärung deshalb mit etwas Geduld und mit fachlicher Begleitung.

Welche Symptome treten bei einem DAO-Mangel auf?

Ein DAO-Mangel wird als Ursache einer Histaminintoleranz vermutet, ist laut Leitlinie aber nicht bewiesen. Genannt werden dieselben unspezifischen Beschwerden wie bei einer Histaminintoleranz, etwa Hautrötung, Kopfschmerz, eine laufende Nase oder Bauchbeschwerden nach dem Essen. Ob ein solcher Zusammenhang besteht, lässt sich nur gemeinsam mit Deiner Arztpraxis einschätzen.

Kann ich eine Histaminintoleranz selbst testen?

Ein Selbsttest für zu Hause kann eine Histaminintoleranz nicht sicher bestätigen. Zeigt ein solcher Histamin Test einen erhöhten Wert, ist das laut Leitlinie allein kein Beleg für eine Histaminintoleranz. Was Du selbst beitragen kannst, ist ein sorgfältiges Ernährungs- und Symptomtagebuch. Die Bewertung gehört in ärztliche Hände.

Das Wichtigste in Kürze

  • Einen einzelnen Labortest, der eine Histaminintoleranz sicher belegt, gibt es nach heutigem Wissensstand nicht.
  • Die DAO-Aktivität im Blut ist laut Leitlinie für die Diagnose nicht aussagekräftig. Gleiches gilt für Histamin im Blut, Stuhl oder Urin.
  • Zentral sind der Ausschluss anderer Ursachen wie Allergien, Mastzellerkrankungen und Zöliakie sowie eine histaminarme Karenzphase von etwa 10 bis 14 Tagen mit anschließender Testphase.
  • Ein Ernährungs- und Symptomtagebuch ist eines der wichtigsten Hilfsmittel.
  • Selbsttests für zu Hause ersetzen keine ärztliche Abklärung.
  • Bei Atemnot, Schwellungen im Mund- und Rachenraum oder Kreislaufbeschwerden sofort den Notruf 112 wählen.

Quellen und weiterführende Informationen

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