Passiv Rauchen und seine Folgen basierend auf Laboruntersuchungen

Passiv Rauchen und seine Folgen basierend auf Laboruntersuchungen

Wichtiger Hinweis: Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich der neutralen Aufklärung und allgemeinen Information. Sie ersetzen keine professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung durch einen Arzt oder Allergologen. Bei gesundheitlichen Beschwerden sollte immer medizinisches Fachpersonal konsultiert werden.

Auch das ungewollte Mitrauchen, das Passivrauchen, kann schwerwiegende Folgen für den Körper haben.

Passivrauchen ist Rauch, den man nicht einatmen will. Beim Verbrennen von Tabakerzeugnissen wie Zigaretten, Zigarren oder Pfeifen wird Nebenstromrauch freigesetzt. Eine Person, die in der Nähe aktiv raucht, atmet den Hauptstromrauch aus. Beide Quellen setzen schädliche Chemikalien in die Luft frei, die auch Nichtraucher belasten. Der gesamte Rauch von verbrannten Nikotinprodukten enthält Toxine. Selbst Nichtraucher, die den Rauch anderer Menschen einatmen, atmen diese Giftstoffe ein. Der Nebenstromrauch am Ende einer Zigarette, Zigarre oder Pfeife wird nicht gefiltert. Er enthält mehr schädliche Giftstoffe als der normale Rauch, den jemand einatmet.

Wer ist dem passiven Rauchen besonders ausgesetzt?

Die Belastung durch Passivrauchen entsteht durch Nebenstrom- oder Hauptstromrauch. Passivrauchen betrifft jeden, der sich in der Nähe von verbranntem oder ausgeatmetem Tabak aufhält, aber einige Gruppen sind dem Rauch stärker ausgesetzt: Beschäftigte in der Dienstleistungsbranche, die erhöhtem Kundenkontakt ausgesetzt sind: Wer in der Nähe von Rauchergruppen arbeitet, kann dem Passivrauchen möglicherweise nicht ausweichen. Besonders schwangere Frauen sind durch das Passivrauchen gefährdet. Passivrauchen beeinträchtigt ungeborene Kinder und ihre Mütter. Eine geringere Sauerstoffzufuhr für das Baby kann die Herzfrequenz des Fötus erhöhen oder das Geburtsgewicht verringern. Bei Frauen können Fehlgeburten, Totgeburten oder Frühgeburten auftreten. Dazu sind Säuglinge, Kinder und Haustiere dem Rauch, besonders aufgrund ihrer Größe, ausgesetzt. Kleine Kinder und Tiere können sich nicht immer entscheiden, einen mit Rauch gefüllten Raum zu verlassen. Durch die ständige Exposition werden die schädlichen Auswirkungen des Passivrauchens verstärkt.

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Welche Folgen hat das passive Rauchen?

Es gibt kein sicheres Maß für die Belastung durch Passivrauchen. Er kann sogar giftiger sein als der direkt von einer Zigarette eingeatmete Rauch, da sich bei niedrigeren Temperaturen mehr Giftstoffe bilden können. Es gibt Hinweise darauf, dass der Nebenstromrauch schädlicher wird, wenn er von frisch zu abgestanden übergeht. Belegt durch Laboruntersuchungen, hat Passivrauchen unmittelbare negative Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System, die sich kurz- und langfristig bemerkbar machen. Aber auch der Mund- und Rachenbereich ist unmittelbar von den Folgen des Passivrauchens betroffen.

Denn Passivrauchen ist eine häufige Ursache für chronische Halsschmerzen durch Passivrauch. Vor allem Kinder sollten nicht dem Passivrauchen ausgesetzt werden, da sich ihre Lungen noch entwickeln. Halsschmerzen, die durch Passivrauchen verursacht werden, sind nur ein Symptom einer chronischen Rauchbelastung und sollten als Warnzeichen dafür betrachtet werden, dass man sich dem Zigarettenrauch nicht mehr aussetzen sollte. Der hintere Teil des Rachens ist mit Schleim überzogen, der das Schlucken und die Verdauung der Nahrung erleichtert. Leider fängt dieser Schleim auch Rauchpartikel ein und kann die Schleimhaut im Rachen reizen. Chronischer Passivrauchexposition kann zu einer Infektion namens virale Pharyngitis führen. Noch schlimmer ist, dass Infektionen der Rachenschleimhaut beim Einatmen in die Lunge gelangen können. Da die Trennung zwischen Speiseröhre und Luftröhre nicht luftdicht ist, verhindert die Anatomie, dass Nahrungsmittel und Flüssigkeiten in die Lunge gelangen, nicht jedoch mikroskopisch kleine Bakterien und Viren.

Warum Passivrauchen schädlich ist: Augen, Schleimhäute und Atemwege

Passivrauchen wirkt sich auch auf die Augengesundheit von Kindern aus, und zwar bereits vor der Geburt. Rauchen in der Schwangerschaft gilt als Risikofaktor für eine Frühgeburt, und Frühgeborene haben ein erhöhtes Risiko für eine Frühgeborenen-Retinopathie, die im ungünstigen Verlauf zu dauerhaften Sehstörungen führen kann. Zu den Folgen des Rauchens in der Schwangerschaft informiert die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

Jüngste Studien und Laboruntersuchungen des Passivrauchens haben gezeigt, dass Kinder im Alter von 6 Jahren, die regelmäßig Passivrauchen ausgesetzt waren, bereits Anzeichen von Augenschäden aufwiesen, einschließlich einer Ausdünnung des dichten Netzes von Blutgefäßen im hinteren Teil des Auges, der so genannten Aderhaut. Die Ausdünnung der Aderhaut ist ein beunruhigender Risikofaktor für die künftige Entwicklung von sehkraftbedrohenden Erkrankungen wie AMD. Diese Risiken für die Sehkraft von Kindern nahmen zu, je mehr Rauch sie ausgesetzt waren.

Sinusitis, Kurzatmigkeit und die Belastung der Lunge

Sinusitis und Kurzatmigkeit als Folgen des Passivrauchens

Wenn Nasennebenhöhlen ständig verstopft und geschwollen sind, kann Passivrauchen – selbst in geringen Mengen – daran schuld sein. Laut einer neuen Studie kann Passivrauchen für bis zu 40 Prozent der Fälle von chronischer Sinusitis verantwortlich sein. Sinusitis beschreibt eine Reihe von unangenehmen und manchmal schwächenden Symptomen, zu denen Nasen- und Nebenhöhlenentzündungen, Verstopfung, Husten, laufende Nase, Atembeschwerden und ein eingeschränkter Geruchssinn gehören. Neben der chronischen Sinusitis, kann das Passivrauchen das Risiko von Atemwegserkrankungen, Lungenkrebs und Herzerkrankungen bei Nichtrauchern sowie das Risiko des plötzlichen Kindstods und von Mittelohrentzündungen bei Kindern erhöhen.

Bei Nichtrauchern, die Passivrauch ausgesetzt sind, kommt es häufig zu Reizungen der Augen, der Nase und des Rachens. Diese Gruppe hat auch eine erhöhte Abwehrreaktion der Nase, welcher Sekrete, Partikel und andere Substanzen aus den Nasengängen transportiert, welche mit der von Rauchern vergleichbar ist. Eine einstündige Exposition gegenüber hohen Mengen an Passivrauch, wie man sie in Bars oder Restaurants mit uneingeschränktem Rauchgenuss findet, kann zu einer akuten Verschlechterung der Lungenfunktion und einer Einschränkung des Luftstroms führen. Bei Nichtrauchern wurde die Passivrauchexposition mit einer Reihe von chronischen und akuten Atemwegssymptomen in Verbindung gebracht, wie Husten, Schleim- und Auswurfbildung, Keuchen und Kurzatmigkeit.

Zwar gibt es keinen verlässlichen Schutz vor dem Passivrauch, jedoch kann es nie schaden, den eigenen Körper mit den passenden, personalisierten Nährstoffmischungen auszustatten, um den Folgen des passiv Rauchens wohlversorgt entgegenzutreten.

Was im Tabakrauch steckt

Tabakrauch ist keine einzelne Substanz, sondern ein Gemisch aus mehreren tausend Verbindungen. Darunter befinden sich zahlreiche Schadstoffe, die als krebserzeugend eingestuft sind – unter anderem Benzol, Formaldehyd, Nitrosamine und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe. Dazu kommen Kohlenmonoxid, das die Sauerstoffaufnahme im Blut behindert, und Feinstaub.

Der Nebenstromrauch entsteht bei niedrigerer Verbrennungstemperatur und wird nicht durch den Filter gezogen. Ein Teil dieser Stoffe liegt darin in höherer Konzentration vor als im Hauptstromrauch. Ein Grenzwert, unterhalb dessen die Belastung unbedenklich wäre, ist nicht bekannt.

Gesundheitliche Folgen: Asthma, COPD und Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Bei Erwachsenen ist das Gesundheitsrisiko für Lungenkrebs und für koronare Herzkrankheit erhöht. Auch das Schlaganfallrisiko steigt. Bei Menschen mit Asthma löst Passivrauch Anfälle aus und verschlechtert die Kontrolle der Erkrankung; bei langjähriger Belastung ist zudem ein Beitrag zur chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) beschrieben.

Bei Kindern ist die Liste länger, weil ihre Atemwege enger sind und sie schneller atmen. Belegt sind ein erhöhtes Risiko für plötzlichen Kindstod, für Mittelohrentzündungen, für Infekte der unteren Atemwege wie Bronchitis und Lungenentzündung, für die Neuentstehung von Asthma und für häufigere und schwerere Asthmaanfälle bei bereits erkrankten Kindern.

E-Zigaretten und Tabakerhitzer

Auch E-Zigaretten geben ein Aerosol an die Umgebungsluft ab. Es ist nicht bloß Wasserdampf: Nachgewiesen sind unter anderem Nikotin, Propylenglykol, Glycerin, Aromastoffe sowie Carbonylverbindungen, die beim Erhitzen entstehen. Die Belastung liegt niedriger als bei Tabakrauch, sie ist aber nicht null. Für Innenräume, in denen sich Kinder, Schwangere oder Menschen mit Atemwegserkrankungen aufhalten, gilt dieselbe Empfehlung wie für Zigaretten.

Rauchverbot und Schutz im Alltag

Die Nichtraucherschutzgesetze der Bundesländer haben die Belastung in Gaststätten und am Arbeitsplatz deutlich gesenkt. Die größte verbleibende Belastungsquelle ist die eigene Wohnung und das Auto.

  • In der Wohnung und im Auto konsequent nicht rauchen – Lüften reicht nicht. Partikel und Rückstände setzen sich in Textilien, Tapeten und Polstern ab und werden von dort über Stunden wieder abgegeben.
  • Ein „Raucherzimmer" schützt die übrige Wohnung nur unvollständig, weil die Luft zirkuliert.
  • Im Auto ist die Konzentration wegen des kleinen Volumens besonders hoch, auch bei geöffnetem Fenster.
  • Wer selbst aufhören möchte, findet bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung unter rauchfrei-info.de kostenfreie Beratung und Ausstiegsprogramme.

Passivrauchen in der Schwangerschaft

Nikotin und Kohlenmonoxid aus dem Tabakrauch der Umgebungsluft gelangen über den Kreislauf der Mutter zum Kind. Beschrieben sind ein niedrigeres Geburtsgewicht, ein erhöhtes Risiko für Früh- und Fehlgeburten und eine Beeinträchtigung der Lungenentwicklung, die sich noch im Schulalter nachweisen lässt. Auch das Risiko für den plötzlichen Kindstod steigt. Es gibt für diese Lebensphase keine Menge, die als unbedenklich gelten kann.

Babys und Kinder sind besonders gefährdet

Kinder atmen schneller und haben engere Atemwege, deshalb nehmen sie im selben Raum mehr Schadstoff pro Körpergewicht auf als Erwachsene. Sie können einen verrauchten Raum außerdem oft nicht selbst verlassen. Belegt sind bei zigarettenrauch ausgesetzten Kindern häufigere Mittelohrentzündungen, mehr Infekte der unteren Atemwege wie Bronchitis und Lungenentzündung, die Neuentstehung von Asthma und häufigere sowie schwerere Asthmaanfälle bei bereits erkrankten Kindern.

Rauchen im Auto und in der Wohnung

Das Auto ist der kritischste Ort überhaupt. Wegen des kleinen Volumens erreicht die Schadstoffkonzentration in der Raumluft dort ein Vielfaches dessen, was in einer Wohnung entsteht — auch bei geöffnetem Fenster. Schon kurzzeitiges Passivrauchen unter diesen Bedingungen ist eine erhebliche Belastung.

In der Wohnung reicht Lüften nicht aus. Partikel und Rückstände lagern sich in Textilien, Teppich, Möbeln und Tapeten ab und werden von dort über Stunden und Tage wieder an die Raumluft abgegeben. Ein „Raucherzimmer" schützt die übrigen Räume nur unvollständig, weil die Luft zirkuliert. Das Glimmen der Zigarette zwischen den Zügen erzeugt dabei den Nebenstromrauch, der ungefiltert in den Raum geht.

Was Du gegen Passivrauchen tun kannst

  • In Wohnung und Auto konsequent nicht rauchen — auch nicht „nur am Fenster".
  • In geschlossenen Räumen mit Kindern, Schwangeren oder Menschen mit Atemwegserkrankungen gilt das ausnahmslos, und für E-Zigaretten ebenso.
  • Beim Besuch bei Rauchern vorher ansprechen, statt es hinzunehmen.
  • Am Arbeitsplatz greift der gesetzliche Nichtraucherschutz — er ist einforderbar.
  • Wer selbst mit dem Rauchen aufhören möchte, findet beim Rauchstopp kostenfreie Unterstützung: die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bietet unter rauchfrei-info.de Beratung und Ausstiegsprogramme an.

Quellen und weiterführende Informationen

Wann Du ärztlichen Rat suchen solltest

Lasse anhaltenden Husten, Atemnot bei Belastung, wiederkehrende Atemwegsinfekte oder pfeifende Atemgeräusche ärztlich abklären – bei Kindern ebenso wie bei Erwachsenen. Bei Brustschmerzen, plötzlicher Atemnot oder blauen Lippen sofort den Notruf 112 wählen.

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