Pricktest Tabelle

Pricktest Tabelle

Wichtiger Hinweis: Die in diesem Artikel bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich der neutralen Aufklärung und allgemeinen Information. Sie ersetzen keine professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung durch einen Arzt oder Allergologen. Bei gesundheitlichen Beschwerden sollte immer medizinisches Fachpersonal konsultiert werden.

Wer zum Allergietest geht, bekommt am Ende oft einen Bogen mit Zahlen oder Pluszeichen in die Hand. Eine Pricktest Tabelle hilft dabei, diese Notation zu lesen: Sie hält fest, welche Allergene getestet wurden und wie stark die Haut auf jedes einzelne reagiert hat.

Dieser Beitrag erklärt, wie der Pricktest abläuft, was in der Tabelle zum Pricktest steht und wie ihr Ergebnis einzuordnen ist. Vorweg der wichtigste Satz, weil er oft untergeht: Eine Reaktion auf der Haut zeigt eine Sensibilisierung. Ob daraus eine Allergie folgt, entscheidet erst das Gespräch mit der Ärztin oder dem Arzt.

Der Pricktest ist ein ärztliches Verfahren. Er wird in der Praxis durchgeführt, dort abgelesen und dort beurteilt.

Was Pricktests sind: Nachweis allergischer Sofortreaktionen

Der Pricktest ist der am häufigsten durchgeführte Hauttest in der Allergologie. Hauttests zur Diagnostik von allergischen Soforttypreaktionen sind in einer Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI) beschrieben, veröffentlicht im Allergo J 2010. Unter den Hauttests ist er der erste Schritt der Diagnostik bei Verdacht auf eine Allergie, wenn eine Allergie vom Soforttyp im Raum steht – also eine Reaktion, bei der das Immunsystem innerhalb von Sekunden bis Minuten antwortet. Es geht dabei um den Nachweis einer Sensibilisierung gegenüber bestimmten Allergenen, nicht um den Nachweis einer Allergie.

Getestet wird, wenn die Anamnese einen Verdacht ergibt: Heuschnupfen zu einer bestimmten Jahreszeit, Beschwerden nach dem Essen, Reaktionen auf Tiere oder nach einem Insektenstich. Typische Testsubstanzen sind Pollen von Gräsern und Bäumen, Hausstaubmilben, Tierepithelien, Schimmelpilze, Nahrungsmittel und Insektengifte. Ob Nahrungsmittel, Hausstaubmilben, Tierepithelien oder Insektengifte beim Pricktest getestet werden, ergibt sich aus dem Vorgespräch.

Für frische Lebensmittel gibt es eine Sonderform, den Prick-zu-Prick-Test, eine spezielle Form des Pricktests. Bei dieser speziellen Form des Pricktests sticht die Lanzette erst in das Nahrungsmittel und dann in die Haut, weil manche Allergene in der fertigen Testlösung nicht stabil genug sind.

Wie der Pricktest abläuft: Allergenlösungen, Lanzette, Ablesung

Der Test wird meist an der Innenseite des Unterarms angelegt, bei Kindern oder bei vielen Testsubstanzen auch am Rücken. Die Allergenlösungen werden in Tropfenform auf die Haut aufgebracht, in festgelegtem Abstand auf den Innenseiten der Unterarme. Durch jeden Tropfen wird anschließend mit einer Lanzette oder Nadel oberflächlich in die Haut eingestochen, ohne dass es blutet. Dieses Einbringen des Allergens direkt an der Haut ist der Kern des Verfahrens. Bei Pricktests mit vielen Testsubstanzen liegen die Einstichstellen in festen Reihen, damit sich die Testergebnisse eindeutig zuordnen lassen.

Zwei Kontrollen gehören immer dazu, und sie sind der Grund, warum ein Testbogen überhaupt auswertbar ist:

  • Die Positivkontrolle mit Histaminlösung zeigt, dass die Haut überhaupt reagieren kann.
  • Die Negativkontrolle mit reiner Kochsalzlösung zeigt, dass die Haut nicht schon auf den Reiz des Einstichs allein reagiert.

Nach etwa 15 bis 20 Minuten abgelesen: In diesem Zeitfenster zeigen sich Sofortreaktionen an den Hautstellen. Wird zu früh oder zu spät abgelesen, ist die Auswertung des Pricktests nicht zuverlässig. Beurteilt wird die Quaddel: ihr Durchmesser in Millimetern, dazu die Rötung ringsum. Diese Werte werden in die Pricktest Tabelle eingetragen.

Die Pricktest Tabelle lesen: was die Testergebnisse bedeuten

Für die Dokumentation sind zwei Schreibweisen verbreitet.

Millimeterangabe

Heute wird überwiegend der Quaddeldurchmesser in Millimetern notiert. Als auffällig gilt üblicherweise eine Quaddel ab etwa 3 Millimetern, gemessen gegen die Negativkontrolle.

Abstufung von 0 bis 4

Daneben findet sich die ältere Notation mit Pluszeichen oder den Ziffern 0 bis 4. Sie vergleicht die Quaddel nicht mit einem festen Millimeterwert, sondern mit der Histaminkontrolle desselben Tests:

  • 0 – keine Reaktion
  • 1 (+) – deutlich schwächer als die Histaminkontrolle
  • 2 (++) – etwa so stark wie die Histaminkontrolle
  • 3 (+++) – stärker als die Histaminkontrolle
  • 4 (++++) – deutlich stärker, oft mit Ausläufern am Rand der Quaddel

Das beantwortet die häufigste Frage zu diesem Bogen: Eine 2 bedeutet nicht „mittelschwere Allergie", sondern eine Hautreaktion in der Größenordnung der Histaminkontrolle. Es ist ein Maß für die Reaktion der Haut, nicht für die Schwere möglicher Beschwerden.

Warum das Ergebnis des Pricktests allein noch keine Allergie belegt

Das ist der Punkt, an dem eine Pricktest Tabelle am häufigsten falsch gelesen wird. Eine Quaddel belegt eine Sensibilisierung: Das Immunsystem kennt den Stoff und hat Antikörper gebildet. Viele Menschen sind sensibilisiert, ohne je Beschwerden zu bekommen.

Erst wenn die Reaktion im Test zu dem passt, was im Alltag tatsächlich passiert, ergibt sich daraus eine Allergie. Ob jemand auf ein Allergen wirklich allergisch reagiert und ob es im Alltag eine Reaktion auslösen kann, entscheidet die Interpretation der Ergebnisse im Gespräch. Der Nachweis einer allergischer Sensibilisierung und eine Allergie sind zweierlei. Deshalb steht am Anfang die Anamnese und nicht der Test. Bleiben Testergebnis und Beschwerdebild widersprüchlich, folgen weitere Schritte: die Bestimmung des spezifischen IgE im Blut, bei Nahrungsmitteln gegebenenfalls ein Provokationstest unter ärztlicher Aufsicht. Ob ein Pricktest sinnvoll ist, entscheidet also die Fragestellung und nicht der Wunsch nach einer Liste.

Die Aussagekraft hat also Grenzen, und zwar in beide Richtungen: Umgekehrt schließt ein unauffälliger Test eine Allergie nicht sicher aus. Nach einem Insektenstich zum Beispiel kann eine Testung zu früh falsch negativ ausfallen; deshalb wird nach einem Wespen- oder Bienenstich üblicherweise einige Wochen gewartet und bei klarem Verdacht erneut getestet.

Was Du vor und nach dem Termin beachten solltest

  • Antihistaminika unterdrücken die Hautreaktion. Sie werden vor dem Termin in Absprache mit der Praxis einige Tage pausiert. Setze Medikamente nie eigenmächtig ab.
  • Auch kortisonhaltige Cremes auf dem Testareal und einige andere Arzneimittel beeinflussen das Ergebnis. Nenne im Vorgespräch alles, was Du einnimmst.
  • Die Teststellen nicht kratzen. Juckreiz und Rötung klingen meist innerhalb weniger Stunden ab.
  • Nimm den Befundbogen mit und lass ihn Dir erklären. Eine Pricktest Tabelle ohne die zugehörige Einordnung ist wenig wert.
  • Bei gesetzlich Versicherten übernimmt die Krankenkasse den Test, wenn er medizinisch begründet ist.

Wann Du ärztlichen Rat suchen solltest

Der Pricktest gilt als risikoarm, ist aber nicht risikofrei. Er gehört deshalb in eine Praxis, die auf eine seltene starke Reaktion bis hin zur Anaphylaxie vorbereitet ist. Suche ärztliche Hilfe, wenn eines davon auftritt:

  • Atemnot, pfeifende Atmung oder Engegefühl im Hals
  • Schwellungen an Lippen, Zunge oder im Rachen
  • Übelkeit, Erbrechen oder Kreislaufschwäche kurz nach dem Test
  • eine Quaddel, die nach Stunden nicht abklingt oder sich großflächig ausbreitet

Bei Atemnot, Schwellungen im Rachen oder Kreislaufproblemen gilt der Notruf 112. Wer bereits eine systemische allergische Reaktion hatte, erhält ärztlich ein Notfallset verordnet und sollte es immer bei sich tragen.

Nicht durchgeführt oder verschoben wird der Test unter anderem bei schwerem, nicht eingestelltem Asthma, bei akuten Hauterscheinungen im Testareal und bei einer ausgeprägten Neigung, schon auf mechanischen Reiz mit Quaddeln zu reagieren – dann reagiert die Negativkontrolle mit und der Bogen ist nicht auswertbar.

Häufige Fragen

Wann sind positive Ergebnisse eines Pricktests auffällig?

Wenn eine Quaddel entsteht, die deutlich größer ist als die Negativkontrolle – üblicherweise ab etwa 3 Millimetern Durchmesser. Ob daraus eine Allergie folgt, ergibt sich erst zusammen mit der Anamnese.

Was bedeutet die 2 in der Pricktest Tabelle?

Eine Hautreaktion, die etwa so stark ausfällt wie die Histamin-Positivkontrolle. Die Abstufung beschreibt die Reaktion der Haut, nicht die Schwere einer Allergie.

Was tun, wenn die Negativkontrolle reagiert?

Dann reagiert die Haut schon auf den Einstich selbst. Der Test ist nicht auswertbar; die Ärztin oder der Arzt weicht in der Regel auf eine Blutuntersuchung aus.

Was tun, wenn die Positivkontrolle nicht reagiert?

Meist wirkt noch ein Antihistaminikum nach, seltener ist die Hautreaktivität aus anderen Gründen herabgesetzt. Auch dann ist der Bogen nicht auswertbar und der Test wird wiederholt.

Worin unterscheidet sich der Intrakutantest?

Beim Intrakutantest wird die Lösung in die Haut gespritzt. Er ist empfindlicher, aber weniger spezifisch und schmerzhafter, und kommt vor allem bei Insektengiften und Arzneimitteln zum Einsatz. Beim Epikutantest wiederum werden Kontaktallergien vom Spättyp geprüft; er hat mit dem Pricktest nichts zu tun und wird über mehrere Tage abgelesen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Pricktest weist Allergien vom Soforttyp nach und wird ärztlich durchgeführt und beurteilt.
  • Abgelesen wird nach 15 bis 20 Minuten; dokumentiert wird der Quaddeldurchmesser oder eine Abstufung von 0 bis 4.
  • Die Abstufung vergleicht mit der Histaminkontrolle. Eine 2 heißt „so stark wie Histamin", nicht „mittelschwere Allergie".
  • Positivkontrolle und Negativkontrolle entscheiden darüber, ob der Bogen überhaupt auswertbar ist.
  • Ein positives Ergebnis zeigt eine Sensibilisierung. Zur Allergie wird sie erst zusammen mit den Beschwerden im Alltag.
  • Ein negatives Ergebnis schließt eine Allergie nicht sicher aus, besonders kurz nach einem Insektenstich.

Quellen und weiterführende Informationen

Bu yazı tarafından yazıldı